Sonntag, 13. Februar 2011

Here i go again

Liebe Daheimgebliebenen,
zum ersten mal im neuen Jahr wird wieder berichtet aus dem schönen Santiago de Compostela. Gerade in diesem Moment befinde ich mich zwischen hoffen und bangen, dass die scheiß Sicherung nicht rausfliegt und der ganze Text gelöscht wird...dies ist nicht mein erster Versuch.
Beginnen möchte ich mit einer fröhlichen Botschaft: Julian Meißner, Architekturstudent, Hobbyhistoriker und Teilzeitrevoluzzer wird sich, das ist der jetzige Stand, aufmachen nach Santiago de Compostela. Vorwiegend natürlich, um sein Spanisch zu verbessern. Und ein wenig auch wegen der Tapas. Freue mich sehr auf seine Ankunft, denn: Wir, die Erasmusstudenten werden immer weniger. Immer mehr aus der "Gruppe" verlassen SQC, und wenn man 5 Monate so intensiv zusammen gelebt hat kann das einem schon sehr nahe gehen. Natürlich kommen auch neue Studenten nach, jedoch, das kennt ja jeder, dessen soziales Leben nicht ausschließlich aus Facebook besteht, kann man zwischenmenschliche Beziehungen nicht einfach durch andere ersetzen. Und so flennte sich eine handvoll Erasmusstudenten und vor allem Studentinnen durch die letzten paar Wochen. Naja, jetzt ist das gröbste vorbei und wir, die dagebliebenen, widmen unser Geschick jetzt wieder vorwiegend der Uni, die nämlich diese Woche wieder anfängt. Zumindest sollten wir das.
Ja, es hat schon wieder angefangen, diese wilde Bürokratie, durch die keiner durchblickt, gepaart mit einer ewigen hin- und herrennerei. Naja, mal sehen, wie lange die guten Vorsätze anhalten.
Hab mir letzet Woche eine leichte Erkältung eingefangen, die mich zur Zeit außer Gefecht setzt. Nicht, dass sie schlimm wäre, jedoch, sobald ich rausgucke scheint sich mein gesundheitlicher Zustand zu verschlimmern. Zwar ist mir klar, dass das nur Kopfsache ist, aber bei dem Wetter geht wirklich niemand freiwillig vor die Tür, schon gar nicht, wenn er leicht angeschlagen ist.
Was mir bleibt, ist mich mit der Gegenwart und Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Zukunft zu planen. Wenn ich an ersteres denke, fällt mir immer wieder der Tag am Meer ein. Elias, Inka, Rebecca, Tristan und ich sind an einem sonnig Sonntag (wie nennt man dieses Stilmittel, welches hier so extrem beschissen klingt? Alliteration? Nein, das wäre nur, wenn sich die Anfangsbuchstaben gleichen, oder?) mit Elias' Opel Kadett an die galicische Küste gefahren. Ich bin mir sicher, viele Menschen wissen gar nicht, wie schön es da ist. Leute, euch entgeht was! Zugegebener Maßen hatte ich vorher auch noch nicht viel von der Schönheit jener Küste gehört, aber als ich da war, hat es mich echt umgehauen...ewig weite Strände, toller Sand, Wellen, wie es sie in der Form nur am Atlantik gibt, menschenleer...echt mal nen Ausflug wert. Also, wer will, ich bin noch bis Juli hier;)
Naja, auf jeden Fall hat der Tag viel positive Energieen freigesetzt, das Tragen einer Sonnebrille, der Sand unter den Füßen, das Bersten der Wellen...großartig! Man muss leider sagen, dass dieser schöne Tag gemessen an den klimatischen Bedingungen eine Ausnahme im tristen und grauen Galicien des Frühlings darstellt. Ich hoffe auf baldige Wetteränderung, andernfalls krieg ich an Depressionen grenzende Melanchloieschübe! So schön es ist, die Nacht zum Tag zu machen, in der das Wetter zudem noch völlig egal ist, wenn es tagsüber mies und ungemütlich ist schlägt das tierisch aus die Laune...zudem sinkt die Produktiviät von "überschaubar" auf "nahezu nicht vorhanden"!
Da hilft es nur, sich mit der Zukunft zu beschäftigen! Elias und ich planen einen Trip nach Barcelona. Vor allem wegen eines der größten Künstler, die die Welt je hervorgebracht hat, der für Barcelona steht wie kein Zweiter und dessen "Werke" auf der ganzen Welt bewundert werden:
Lionel Messi. Welch Traum, dieses Genie einmal live spielen zu sehen! Im Camp Nou! Zusammen mit Xavi und Iniesta! Das ist für uns (Fußballfans) ungefähr so als würde man Goethe, Baudelaire und Shakespeare live beim Poetry Slam zuhören! Naja, natürlich wollen wir uns auch noch kurz die Stadt angucken. Soll echt schön sein...Sagrada Familia und so.
Was bringt der Blick in die Zukunft noch so? Im März werde ich Besuch bekommen, überdurchschnittlich viele haben ihr Kommen angekündigt: Calle, der Anfang des Monats in Porto landet, gefolgt von Julian L. E. Meißner, der sich hier einrichten wird, meiner Familie, mit der ich an die Küste fahren werde zum Surfen und Verzehr und Meeresfrüchten und Fisch und zu Guter letzt Jannik, auf den ich mich auch schon sehr freue!
Langweilig wird mir jedenfalls nicht...wie geht es euch so? Lasst es mal wissen...per Facebook, Email oder sonstiges!
Auf bald!